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Reiseguide Soca Valley, Slowenien: 8 Highlights, die Du nicht verpassen solltest

August 27, 2016

Das Soca Valley ist spätestens seit dem Alpe Adria Trail mein absoluter Lieblingsspot in Europa und das perfekte Microabenteuer für den Sommer. Ich habe das Soca-Tal bei dem letzten Roadtrip mit meiner liebsten Freundin in knapp 8 Stunden Autofahrt von Mittelsachsen aus erreicht  – weit genug weg also, um mal richtig den Alltag zu vergessen und nah genug, um nicht gleich drei Wochen Urlaub nehmen zu müssen.
Da ich nun schon eine Menge Zeit in diesem wundervollen Tal verbracht habe, habe ich all meine persönlichen Highlights gesammelt und in einen Reiseguide gepackt. 

Highlight 1: (Wassersport)aktivitäten

Da sich die Soca perfekt zum Kajakfahren und Raften eignet, haben sich die Ortschaften zu ganzen Wassersportzentren entwickelt. Besonders in Bovec reihen sich die Veranstalter in den Straßen und Du musst Dir nur noch den sympathischsten Laden aussuchen. In den benachbarten Canyons werden meist Zipline– und Canyoningtouren angeboten. Bei meinen letzten beiden Reisen habe ich Canyoning & Zipline getestet und beide Touren über Soca Rafting gebucht – und beide waren absolut unvergesslich!

Highlight 2: Die Soca-Quelle

Als wir letztes Jahr den Alpe Adria Trail wanderten, waren wir leider viel zu kaputt, um auch nur einen Extrameter zu laufen und haben so nicht einmal die Soca-Quelle anschauen können. Dieses Jahr konnte ich das zum Glück nachholen! Wenn man nicht gerade sowieso von Trenta aus den Soska-Pot wandert, führt eine unscheinbare Straße (die Quelle ist trotzdem ausgeschildert) zu einem kleinen Gasthaus unterhalb der Quellen. Von dort aus führt ein Wanderweg in etwa 30 Minuten hinauf. Die letzten Meter führen sehr abfällig und steil an einer Felswand entlang – Du solltest also unbedingt feste Schuhe anziehen. Der Blick von oben entschädigt aber für jeden Meter, den man mühevoll den Felsen entlangkraxelt 😉

Highlight 3: Kobarid 1. Weltkriegsmuseum

Besonders an Regentagen (aber nicht nur dann) solltest Du mal einen Blick in dieses Museum werfen. Es zeigt sehr anschaulich den Krieg um die Soca zwischen Italien, Österreich-Ungarn, Slowenien und Deutschland. Es gibt unzählige Fotografien, übersetzte Tagebucheinträge und Modelle. Es ist beeindruckend, traurig und abscheulich zugleich, wie der Kriegsalltag vor allem im Winter in den hohen Bergen des heutigen Triglav-Nationalparks aussah.

Verglichen mit den vielen anderen Museen zur Krieggeschichte des ersten Weltkriegs, die ich während meiner Schulzeit und auch später besucht habe, ist dieses das mit Abstand interessanteste.

Highlight 4: Badestellen rund um Lepena

In und um Lepena – zwischen Trenta und Bovec – liegen die schönsten Badestellen an der Soca! In Lepena selbst staut sich der Fluss in einer engen Schlucht und ist an dieser Stelle tief genug, um von den Klippen in das türkisblaue Wasser zu springen. Vor allem in der Ferienzeit ist diese Stelle voller Leute und auch viele Einheimische treffen sich dort, um waghalsige Sprünge von den höchsten Stellen zu probieren.

Folgt man von Lepena aus dem Soska-Pot in Richtung Trenta, kommt man immer wieder an kleinen versteckten Badebuchten vorbei. Eine der hübschesten liegt nur wenige Meter hinter der Brücke, die aus dem kleinen Campingdorf Lepena hinausführt. Unterhalb des Wegs liegt ein Fels im Wasser, auf dem noch immer ein alter Baum wächst und dessen Wurzeln tief ins Wasser reichen.

Tipp: Folgt man von der Hauptstraße zwischen Trenta und Bovec der Ausschilderung Lepena, kannst man bequem das Auto auf einem großen Parkplatz vor den Campingplätzen parken. Noch besser erreicht man die Badestellen aber bei einer Wanderung auf dem Soska-Pot von Trenta nach Bovec (siehe nächster Punkt).

Highlight 5: Wandern auf dem Soska-Pot

Der Soska-Pot (pot: Pfad) folgt der Soca von der Quelle entlang ihres Flusslaufs bis nach Kobarid und war schon eines der Highlights bei unserer Wanderung des Alpe Adria Trails. Am Pfad stehen Tafeln mit Informationen zur Landschaft, Pflanzen und besonderen Ereignissen. Immer wieder quert man hohe hölzerne Hängebrücken und erreicht so viele versteckte Badebuchten. Mein persönlicher Lieblingsabschnitt ist die Wanderung von Trenta nach Bovec – über Wiesen und durch bemooste Wälder, vorbei an der Badestelle in Lepena und schließlich direkt zu den Campingplätzen unterhalb von Bovec.

Tipp: Zwischen Kranjska Gora, Trenta, Bovec, Kobarid & Tolmin fahren täglich mehrfach Busse, sodass man früh auch bequem zum Ausgangspunkt fahren kann, um dann zurückzuwandern. Die Fahrpläne gibt es in den jeweiligen Touristinformationen.

Highlight 6: Wasserfälle & Klammen

Im Soca-Tal gibt es unzählige Wasserfälle und auch einige schöne Klammen, die sich meist gut mit dem Auto erreichen lassen. Trotzdem – und zum Glück – liegen sie meist nicht direkt an einem Parkplatz, sodass man die letzten Meter erwandern muss. Länger, als eine halbe Stunde liegen die Wasserfälle aber meist nicht von den Ausgangspunkten entfernt und sind immer sehr gut ausgeschildert gewesen.

Meine persönlichen Highlights [slap: Wasserfall]

  • Slap Kozjak (bei Kobarid, liegt in einer natürlichen Schlucht mit einigen Holzbrücken und fließt unterhalb an einigen schönen Badestellen in die Soca)
  • Slap Boka (ein riesiger Wasserfall zwischen Kobarid und Bovec hinter einer Brücke gelegen, am besten nach Regenfällen anschauen, dann ist er am vollsten)
  • Slap Virje (bei Bovec, das Becken auf der rechten Seite ist so tief, dass man unbedenklich von den herausragenden Steinen in der Mitte hineinspringen kann)
  • Tolminer Klammen (ein ganzer Naturpark mit Öffnungszeiten, Eintritt 4,00 Euro/Person, 2-3 Stunden Zeit einplanen)

Slap Boka

Slap Virje (Bild: Nicole Bader)


Highlight 7: Dreznica

Dreznica ist ein winziges Bergdorf oberhalb von Kobarid. Wir haben Dreznica an einem Regentag besucht und selbst im Regen hatte es nichts von seinem pittoresken Charme verloren. Einen langen Ausflug lohnt Dreznica nicht, aber die kleinen Häuser und Gassen sind sehr liebevoll gestaltet, in den Gärten wachsen Gemüse und Sonnenblumen wild durcheinander, an Holzbalken ranken Weinpflanzen und überhaupt sieht das Dorf ein bisschen verzaubert aus. Am höchsten Punkt steht eine große Kirche von der aus man einen tollen Blick auf die umliegenden Wiesen und Berge hat.

Highlight 8: Slowenische Küche & Weine

Ja, die slowenische Küche hat tatsächlich mehr zu bieten als Cevapcici und Ajvar. 😉 Das beste Essen bekommst Du in den traditionellen Gostilnas – den slowenischen Gasthäusern. Im Soca-Tal solltest Du unbedingt eine Soca-Forelle vom Grill probieren; Richtig lecker sind auch Jota, eine würzige Bohnen-Sauerkraut-Suppe, Idria Zlikrofi, kleine gekochte Knödel gefüllt mit Kartoffeln, Zwiebeln und Speck & die vielen leckeren Kuchen & süßen Brote.

Es lohnt sich auch immer die Augen nach kleinen Hofläden offen zu halten: Dort gibt es oft Ziegenkäse und regionale Weine. Für ein Glas Wein zahlt man übrigens im Restaurant selten mehr als einen Euro…


Übernachtung

Im Soca Valley gibt es unzählige Campingplätze und irgendwie macht Camping das Abenteuer ja auch erst perfekt. Die meisten liegen direkt am Lauf der Soca und sind um einiges wilder und viel schöner, als die typischen Autocamps, die man aus Kroatien & Italien kennt. Meist gibt es gar keine richtigen Parzellen – man sucht sich also einfach seinen Lieblingsplatz unter einem schattigen Bäumchen. Einige bieten auch die Option, möbelierte Großraumzelte mit Bett zu mieten.

Natürlich gibt es in den Wassersportzentren wie Bovec auch klassische Hostels & Pensionen und entlang der Straßen hängen selbst in der Hauptsaison immer noch jede Menge Zimmer frei-Schilder. Sebastian von Off The Path empfiehlt beispielsweise den kleinen Bauernhof Pri Kafolu etwas außerhalb von Tolmin, dessen Besitzer laut ihm wohl sehr nette Gastgeber & hervorragende Köche sind.

Meine Campingempfehlungen:

  • Camp Vodenca, Bovec [sehr sauber, super freundliches Personal und eine extra Wiese mit Feuerstelle, wenn Du unbedingt das Auto neben dem Zelt haben möchtest]
  • Kamp Triglav, Trenta [wunderschön gelegen, direkt am Soska-Pot und eine tolle Tageswanderung von der Soca-Quelle entfernt]
  • Kamp Rut, Kobarid [sehr sauber, zusätzlich zur Wiese einige terrassenartigen Plätze, die man ganz für sich allein hat, nur eine Stunde Wanderung vom Fluss Nadiza entfernt]
  • Natura Eco Camp, Kanjska Gora [mein Favorit, sehr liebevoll und nachhaltig gestaltet, leider aber hinter dem Vrsic-Pass – also ein klein wenig außerhalb des Tals]

Reisekosten

Die Unterkünfte und auch das Essen & der Wein in den Gostilnas sind um einiges günstiger als in Deutschland. Ein Einkauf im Supermarkt und die Aktivitäten unterscheiden sich jedoch kaum zu anderen europäischen Ländern. Wir haben auf unserem Roadtrip ein bisschen Grundverpflegung eingepackt und haben so sehr günstig gelebt.

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