photo

Die perfekte Reise-Kamera

Januar 13, 2016
beitragsbild_kamera

Was erwartest Du von einer Kamera, die der perfekte Begleiter auf deinen Reisen sein soll? Klar, sie darf nicht zu groß sein, es sollte trotzdem eine digitale Spiegelreflexkamera – wenigstens aus der Mittelklasse – sein, damit Du deine fotografischen Fähigkeiten an ihr verbessern kannst und anspruchsvolle Ergebnisse erzielst – natürlich ohne dein Reisebudget dabei zu killen. Und außerdem muss sie leicht genug sein, damit auch der Schnappschuss aus dem Handgelenk von deinen Travelmates sitzt. Richtig? Darf ich vorstellen: Meine heißgeliebte Canon EOS 100D.

Ich möchte Dir an dieser Stelle nicht die technischen Details herbeten, denn die findest Du viel übersichtlicher auf der Canon-Website. Da ich die EOS 100D aber nun seit knapp zwei Jahren nutze und auch beruflich und in der Uni mit anderen Canon-Modellen arbeite, kann ich so Vergleiche zwischen den verschiedenen Kameras ziehen – um Dir hier die perfekte Reise-Kamera vorzustellen.

Ein professioneller Winzling

Die Canon EOS 100D ist das kleinste Modell unter den digitalen Spiegelreflexkameras von Canon – ohne dabei auf Qualität und technische Ausstattung zu verzichten. Sie ist sozusagen die kleine Schwester, die geschrumpfte Version, der EOS 700D. Die EOS 100D ist aber um einiges handlicher und wiegt gerade einmal 410 Gramm. Mit meinen kleinen Hände kann ich sie dadurch viel besser halten als größere Modelle.

kamera

Die Steuerelemente sind trotzdem alle groß genug, um sie bequem zu bedienen. Im Zweifelsfall reicht sogar eine Hand, um Blende, Belichtungszeit und Fokus in Sekundenschnelle einzustellen. Problematisch wird es erst, wenn Du sehr große und schwere Objektive benutzen möchtest – dann ist diese Kamera definitiv die falsche Wahl. Dazu aber später.

Warum Du den integrierte Blitz nicht brauchst

Der Blitz der EOS 100D wird überall als leistungsschwach beschrieben – und ehrlich gesagt habe ich ihn ganz bewusst NIE benutzt. Warum? Weil ich der Überzeugung bin, dass man mit natürlichem Licht die schönsten und spannendsten Bilder mit völlig natürlichem Look machen kann. Es gibt viele professionelle Fotografen, die aus diesem Grund ganz auf den Blitz verzichten und damit einen völlig neuen Trend in der Portrait-Fotografie geschaffen haben. Und wer mag es schon, sich auf einem Bild mit glänzender Haut und roten Augen zu sehen, wenn man sowieso schon in der Sonne schwitzt!?

Autofokus: Zeige, was Dir gefällt!

Ein viel wichtigeres Element als der Blitz ist der Autofokus. Bei einer Spiegelreflexkamera hast Du zwei Möglichkeiten, um dein Motiv zu fokussieren: Du kannst manuell am Objektiv scharf drehen oder Du nutzt den Autofokus.

Wenn ich mich an unseren Spaziergang über die chaotischen Märkte auf Lombok erinnere, wäre es mir mit dem manuellen Fokus nie möglich gewesen, auch nur ein gutes Bild zu machen. Deswegen braucht eine gute Reise-Kamera einen schnellen Autofokus. Canon setzt bei der EOS 100D auf ihr bewährtes 9-Punkt-System. Dieses 9-Punkt-Raster (siehe Bild) kannst Du dir mit nur einem Knopfdruck im Sucher anzeigen lassen. Über das Stellrädchen lässt sich dann genau das Objekt auswählen, das Du fokussieren möchtest. Mit etwas Übung hast Du also in Sekundenschnelle perfekt fokussierte Bilder und so auch unzählige neue Gestaltungsmöglichkeiten.

autofokus

(Natürlich hast Du trotzdem auch immer die Möglichkeit im Automatik-Modus einfach nur auf den Auslöser zu drücken und die Kamera alles selbst machen zu lassen. Das ist vielleicht nicht das, wofür Du dir extra eine Spiegelreflexkamera kaufst/kaufen solltest, aber es ist möglich.)

Finde dein Lieblings-Objektiv

Mit der EOS 100D (aber auch jedem anderen Canon-Modell) hast Du die Möglichkeit sowohl Original Canon Objektive, als auch die günstigeren Tamron-Objektive zu kaufen und nach Belieben und Fähigkeiten deine Kamera aufzurüsten. Das ist neben Gewicht und Größe natürlich eines der wichtigsten Pro-Argumente. Mit einer Kompaktkamera, bei der Du nicht das Objektiv wechseln kannst, sparst Du im Gegensatz zur EOS 100D nur minimal an Größe und Gewicht, hast aber keinerlei zusätzliche Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Ich nutze beispielsweise ein Objektiv mit 50mm Festbrennweite und hoher Lichtempfindlichkeit (damit ist der Blendenwert gemeint) für Portraits, Details und Naturaufnahmen, da ich so viel mit Schärfen und Unschärfen spielen kann. Seit diesem Jahr ziert außerdem ein Weitwinkelobjektiv mit 10-18mm Brennweite für Landschaftsaufnahmen & Architektur meine Kameratasche. Dieses Objektiv ist zwar weniger lichtempfindlich und bei 10 mm Brennweite durch die Verzerrung nicht mehr für die Fotografie von Einzelpersonen geeignet (bestenfalls in der Bildmitte), lässt aber die Bilder durch die veränderte Perspektive viel dynamischer wirken.

50mm10mm

Mein persönlicher TIPP: Kauf deine Kamera nicht im Kit mit einem Standardobjektiv, sondern den reinen Kamerabody. Die Standardobjektive sind meist wenig lichtempfindlich und funktional eher einfach. Informiere Dich lieber zusätzlich über die Objektive und kaufe gleich ein geeignetes, mit dem Du auch Spaß hast. Vielleicht findest Du ja sogar einen gebrauchten Kamerabody für weniger Geld!?


Hier noch einmal 3 wichtige Zusammenhänge im Überblick:

  1. Belichtungszeit, Blende und ISO beeinflussen wie hell dein Foto wird und wie groß dein Schärfebereich im Bild ist. Diese 3 Werte kannst Du im manuellen Modus einstellen, wenn Du deine Fotos selbst gestalten möchtest.
  2. Je kleiner der Blendenwert, desto MEHR Licht kommt durch Objektiv und desto KLEINER ist dein Schärfebereich. (Objektive, mit denen Du kleine Blendenwerte – z.B. 1.8 – einstellen kannst, sind meist teurer)
  3. Je kleiner die Brennweite, desto größer ist der Bildausschnitt.

Aftermovie oder Vlog?

Die EOS 100D kann natürlich auch Video – ansonsten wäre sie auf Reisen absolut unbrauchbar, denn Du möchtest bestimmt auch ein cooles Aftermovie oder gar einen Vlog deiner Reise zusammen schneiden. Das ist auch gar nicht so schwer, denn das Setzen der Einstellungen (sofern Du deine Videos auch manuell gestalten möchtest) funktioniert genauso wie beim Fotografieren. Auch Fokussieren kannst Du ganz leicht durch einfaches Antippen des Touchscreens. Wenn Du Video-Profi werden willst, bietet Canon außerdem seit 2012 sogenannte STM-Objektive an, die besonders leise und kontinuierlich scharfstellen, sodass deine Aufnahmen vergleichsweise ruhig sind und der Ton nicht vom Rattern des Objektivs gestört wird. Der Bildstabilisator hilft außerdem Wackler beim Filmen ohne Stativ zu kompensieren.

Kennst Du überhaupt schon unser Video aus Ubud?


In Ubud habe ich zwar frei Hand, aber meist mit aufgestützen Armen gefilmt (abgesehen von der Einstiegssequenz auf dem Roller – die kommt aus der Gopro). Trotzdem sieht man die Wackler. Diese entstanden vor allem durch die hohe Brennweite des Objektivs (50mm Festbrennweite: Je größer die Brennweite, desto eher sieht man schon kleinste Wackler). Da ich (leider) kein STM-Objektiv benutze, wurde mein Wackeln auch nicht kompensiert. Allerdings habe ich schon öfter mit STM-Objektiven gearbeitet und kann die Vorteile nur bestätigen. Es würde sich also durchaus lohnen in ein STM-Objektiv zu investieren, wenn Du viel filmen möchtest – denn meist hat man während einer Reise gar keine Möglichkeit und Lust überall ein Stativ aufzustellen.

Kann besonders lang

Einen riesigen Pluspunkt  verdient die Kamera für ihren Akku. Besonders auf Reisen hat man oftmals nicht jeden Tag Zugang zu einer Steckdose. Als wir auf dem Alpe Adria Trail unterwegs waren, konnte ich nur jeden 4. oder 5. Tag den Kamera-Akku laden – was aber völlig ausreichend war. Obwohl die EOS 100D einen kleineren Akku als ihre große Schwester hat, bringen beide nahezu dieselbe Leistung. Im Schnitt kannst Du mit einem voll geladenen Akku 600 Bilder machen (ohne Live-View).

Werde zum Experten

Wenn Du dir eine digitale Spiegelreflexkamera kaufst, solltest Du bereit sein, dich auch mit dem Basiswissen für Fotografie auseinanderzusetzen, damit Du deine Bilder manuell – also ganz nach deinen Wünschen und in deinem Stil – gestalten kannst. Andernfalls hast Du einige hundert Euro in den Sand gesetzt. Das ist auch alles gar nicht so schwer, versprochen! Außerdem sind Canon-Kameras besonders für Einsteiger geeignet, da Menü und Bedienung intuitiv zu handhaben und klar dargestellt sind. Hab keine Zweifel,  auch Du kannst atemberaubende Fotos auf deinen Reisen machen – Motive wirst Du genug finden 😉

Bitte sag mir deine Meinung! Hat Dir diese Empfehlung weitergeholfen? Haben sich Fragen ergeben? Oder wünschst Du dir zu einem bestimmten Fotografie-Thema einen Artikel? Schreib einen Kommentar oder eine Mail.

***Dieser Artikel ist NICHT in Kooperation mit Canon entstanden. Ich empfehle Dir diese Kamera, weil ich wirklich von ihr überzeugt bin.

You Might Also Like

2 Comments

  • Reply Florian März 23, 2016 at 5:49 am

    „Mein persönlicher TIPP: Kauf deine Kamera nicht im Kit mit einem Standardobjektiv, sondern den reinen Kamerabody.“

    100% Zustimmung!

    So wie Du das machst mit Festbrennweite und Ultraweitwinkel, ist imho die einzige sinnvolle Verwendung von DSLR oder Spiegellosen.

    Wer sowieso nur das Kit-Objekt verwendet, ist mit einer Profi-Kompakten wie Sony RX100 oder Canon G7X viel besser beraten. Übrigens meine Wahl 😉

    • Reply Magdalena März 23, 2016 at 8:33 am

      Hey Florian, danke für die nette Zustimmung! Wunderbar, wenn Bestätigung von einem Kollegen kommt. 🙂

    Leave a Reply


    *